Gastbeitrag: Referendariat abgebrochen – Ich fühle mich befreit.

Schön mit anzusehen, dass sich auch in den sozialen Netzwerken immer mehr ausgestiegene Lehrer und Referendariatsabbrecher fraternisieren und sich gegenseitig Mut machen! Gerne kommentiere und verfolge ich dort die Posts,  und ein Beitrag hat mich in den letzten Tagen so sehr angesprochen, dass ich den Autor gefragt habe, ob er den Artikel auch hier auf “Familie trifft Schule” als Gastbeitrag veröffentlichen möchte. Auf seinen Wunsch erfolgt dies anonymisiert.

Für alle, die mit dem Gedanken spielen, das Ref. abzubrechen, here goes:

Keine Angst vorm Abbrechen des Referendariats

Es wird Zeit, dass ich hier poste. Inzwischen sind fünf Monate vergangen, nachdem ich mein Referendariat ziemlich plötzlich abgebrochen habe. Ich war noch nie glücklich mit der Entscheidung Lehrer zu werden, habe mich damals eben für irgendwas entschieden, hab’ wie so viele Lehramt studiert und bin dann in diesen Malström, der sich Referendariat nennt, hineingeraten. Währenddessen löste sich meine Beziehung auf, ich bekam Suizidgedanken (die ich vorher nie hatte), rauchte wie ein Schlot und nahm drastisch ab. Jetzt geht es mir weitaus besser, ich habe wieder Zeit für Sport, date wieder und habe auch eine Arbeit, die ich liebe.

Direkt nach dem Abbruch habe ich mich arbeitslos gemeldet. Und ja, es stimmt, man bekommt kein ALG1, wenn man nicht innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens 12 Monate Sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat. Das heißt, man wird Hartz 4 Empfänger, oh Schock, oh Not! …Es war eine wunderbare Zeit! Ich habe mich entspannt, habe mit 30 die Beziehung zu meiner Familie erneuert, alle meine Freunde in gesamt Deutschland besucht und nebenher nach Alternativen geguckt.

Hartz 4 hat mir Zeit zur Umorientierung verschafft.

Das Amt fordert sehr wenig von einem und sichert eine gratis Grundversorgung und nach kurzer Suche und Aktivierung alter Kontakte (habe während dem Studium schon einmal halbzeit gearbeitet), wurde ich nach drei Monaten Entspannung Gastromanager. Ich verdiene jetzt weitaus weniger als ein “echter” Lehrer, aber dafür habe ich unglaublich viel Spaß in meinem Job, erfahre Dankbarkeit (die man vorher kaum bekam) und habe auch Tage und Momente in denen ich sagen kann: “So!, Jetzt haben wir es, das war’s wir gehen jetzt alle nach Hause!” Zu Hause erwartet mich mein, im Ref erstandener Beamer, mein Computer, mein nächstes Date und die Schwimmhalle – eben alle Freizeit die man sich wünschen kann; Keine Vorbereitung, keine Klausuren, keine Eltern.

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Was kann man mit Lehramt noch machen? Vieles, man muss nur flexibel sein!

Ich lese hier immer wieder dass sich viele fragen, was man mit einem Lehramtsstudium überhaupt machen kann. Meine Antwort ist: Vieles, man muss nur flexibel sein!Als ich kurz vorm Abbruch war, hat mich mein Ausbildungsbeauftragter (Mentor) immer wieder mitleidig angeschaut, dabei geseufzt und gesagt: “Tjaaa, was machen wir mit dir?” Während des Beratungsgeprächs, bezüglich meiner Kündigung wollte er es einfach nicht verstehen, dass ich mit dem Umfeld Schule nichts mehr zu tun haben wollte und erzählte mir eine Geschichte von einem Abbrecher, der es Jahre später wieder probiert hätte und dann schließlich mit Ach und Krach eine drei in seinem zweitem Staatsexamen bekommen hat. Für mich war klar, dass ich nicht dieser Kerl sein wollte.

Auch als Seiteneinsteiger außerhalb der Pädagogik kann man einen geregelten Beruf bekommen.

Mein Mentor war allerdings nicht allein mit dieser Scheuklappenmenatlität. Viele “Kollegen” wussten eigentlich gar nicht wie Arbeitswelt außerhalb der Schule aussieht und fast alle haben mich verdutzt angeguckt als ich ihnen sagte, dass ich aufhöre wolle und fragten mich im gleichen Atemzug “Ja, aber was willst du denn machen?”. Dass ich gleich in der Arbeitagentur gefragt wurde, ob ich nicht bei Ihnen anfangen wolle, und ebenso später, im Jobcenter gefragt wurde, ob ich als Fallmanager arbeiten wolle, ist, denke ich Zeugnis dafür, dass man auch als Seiteneinsteiger, außerhalb der Pädagogik einen geregelten Beruf bekommen kann. Euer erstes Staatsexamen ist mehr wert als ihr denkt! Es hängt eben manchmal von der Konjunktur und der Demografie ab, oder warum glaubt ihr dass es auch im Lehramt so viele Seiteneinsteiger gibt?

Ich fühle mich jetzt befreit, bin froh kein Beamtensklave zu sein und möchte *** danken, die mich in diese Gruppe eingeladen hat. Ihr habt mir, in einer sehr schweren Zeit echt weiter geholfen und es freut mich, Texte zu lesen, die mir zeigen, dass man nicht alleine ist/war!

Nachtrag: Aus der PKV kommt man übrigens flott raus, wenn man einen sozialversicherungspflichtigen Job anfängt. Alles locker, keine Sorge 🙂

***

Anm. Textourette: Wenn du lesen möchtest, wie mein eigener Ausstieg als verbeamtete Lehrerin abgelaufen ist, stöbere gerne weiter im Blog 🙂

39 Kommentare zu „Gastbeitrag: Referendariat abgebrochen – Ich fühle mich befreit.“

  1. Hallo Textourette, du sprichst mir aus der Seele! Gibt es Möglichkeiten privat mit dir in Kontakt zu treten, per E-Mail oder so? Liebe Grüße, ein Abbrecher.

    1. Hi Christian, ja, das geht. Entweder hier über die Kommentare oder über meine Kontaktmaske. Außerdem gibt es ne Mailadresse im Impressum 😉 Ich arbeite grade auch an einem geschlossenen Forum, wo der Austausch und die Kontaktaufnahme mit mir in Zukunft viel einfacher sein wird. Dauert nicht mehr lang 🙂 LG

      1. Leider weis ich nicht wie man einen neuen Kommentar macht daher hänge ich mich mal dran. Ich bin seit November im Referendariat (Hölle)
        Ich spiele mit dem Gedanken aufzuhören bzw zu unterbrechen auch weil meine Mutter ein Schlag- und Krampfanfall hatte und etwas mehr Hilfe als nur am Wochenende braucht und ich seit geschlagenen 6Monaten nur negative Kritik höre und diese auch nicht selten destruktiv ist. Ich bin daher nervlich hinüber und da ich wenn nur 4 Stunden auch schlafen und selbst dann mit Alpträumen hör ich auf. Eure Einträge bestärken mich dahingehend das ich nicht allein bin und vor allem nicht mein ganzes Leben ruiniert habe oder nicht komplett.

  2. Ein toller und motivierender Beitrag.
    Ich bin zwar gerade erst frisch ins Referendariat gestartet, habe aber vorher immerhin auch schon ein Jahr als Vertretungslehrer gearbeitet und da schon festgestellt, dass es vielleicht einfach nicht der richtige Beruf für mich ist. Ich muss nun schauen, ob sich meine Einstellung verändert, aber momentan sieht es eher so aus, dass ich meistens erstmal heulend zu Hause sitze, wenn ich aus der Schule komme, überhaupt nicht abschalten kann, bis spät in den Abend Unterricht vorbereite, mich nicht konzentrieren kann und und und… Es fühlt sich ein wenig an als hätte ich schwimmen in einem Planschbecken gelernt und nun hat mich jemand in den Ozean geworfen und gesagt „schwimm!“.

    Der Artikel macht mir Mut, dass es auch einen Weg geben wird, wenn ich weiterhin feststelle, dass es einfach nichts für mich ist. Danke dafür!

    1. Hey ElManisero,
      danke für dein offenes Feedback! Vielleicht gibst du dem Ganzen noch etwas Zeit, aber immer mit einem sehr offenen Ohr für deine Bedürfnisse. Im Ref sagt dir jeder „Halt durch, das wird besser.“ Damit tröstet man selbst sich dann durch, um hinterher auf Lebenszeit in einem Job zu hängen, den man im Ref schon abgelehnt hat. Dreh also die Stimmen der anderen leise, und deine innere Stimme laut auf. Viel Erfolg auf deinem Weg!

      1. Hallo an alle,
        Ich befinde mich auch gerade im Ref. In 2 Wochen beginnt das neue Schuljahr mit eigenen Klassen. Ich hab schon im ersten Halbjahr an zu vielen Punkten gemerkt, dass irgendetwas nicht so stimmt. Ich hatte Und habe keinen Spaß an der Unterrichtsvorbereitung, schlafe schlecht vor Unterrichtstagen, fahre mit Bauchweh in die Schule und bin froh wenn ich wieder nach Hause kann. Die Arbeit in der Nachhilfe oder der Hausaufgabenbetreuung hingegen hat mir enorm viel Spaß bereitet.
        Ich weiß nun nicht, was ich machen soll. So wie jetzt weitergehen, kann es nicht, das habe ich glaube ich schon feststellen müssen. Ich weiß aber nicht, wie ich weiter verfahren soll 🙁
        Lg, snoopy

  3. Zukünftiger Abbrecher

    Zukünftiger Abbrecher 🙂

    Vielen Dank für den tollen Text, du hast mir Mut gemacht! Ich befinde mich seit Mai im Vorbereitungsdienst, bis zu. Master lief alles super Berufausbildung, Abitur auf dem Abendgymnasium, Bachelor 1,5, Master 1,3 , Promotionsangebot…doch dann kam die Schule, ich fühle mich leer und verbrannt, die Schule zieht das Leben aus mir heraus. Am Samstag habe ich eine Bewerbung an meinen ehemaligen Arbeitgeber angeschickt! Auf die von dir beschriebenen Reaktionen meiner Kolleg*innen freue ich mich jetzt schon…..viele Lehrer*innen haben leider nur Schule-Uni-Schule gesehen und das merkt man auch…obwohl es auch Ausnahmen gibt!

  4. Hallo Textourette,
    vielen Dank für deinen Beitrag. Es tut gut, nicht allein in weiter Flur zu sein mit der Entscheidung abzubrechen. Interessanterweise finde ich es gar nicht so tragisch, kein Lehrer zu werden, das tun nur alle anderen. Ich habe mich dieses Wochenende jedenfalls entschieden aufzuhören.
    Nun steht mir das Beratungsgespräch mit dem ZfsL bevor und das Ausfüllen des Antrags auf Entlassung. Hast du einen Tipp, was für einen Entlassungsgrund ich angeben sollte (oder auf gar keinen Fall angeben sollte), um ALG II zu erhalten und generell unstigmatisiert aus der Nummer herauszukommen?
    Vielen Dank schonmal und dir weiterhin alles Gute für die Zukunft!

  5. Hallo Thea,
    ich wünsche dir alles Gute!
    Ich spiele auch mit dem Gedanken abzubrechen. Was hast du als Grund für die Entlassung angegeben?
    Herzliche Grüße
    Leonie

    1. Hi Leonie,
      ich bin erst noch krank geschrieben und werde mich nochmal vom Personalrat meines Seminars beraten lassen zu den Formalitäten. Wenn das durch ist, kann ich dich gerne informieren. 🙂
      Danke für deine lieben Grüße und ich wünsche dir ebenfalls Kraft für die Entscheidung so oder so und alles Gute!

      1. Hallo Thea,
        wie geht es dir mittlerweile und wie lief dein Ausstieg?
        Ich bin auch so weit, abzubrechen und würde mich über Erfahrungen und Tipps von jemand gleichgesinntem freuen.
        Liebe Grüße!

        1. Hallo zusammen,
          ich stehe am selben Punkt wie ihr und bin aber auch ein wenig ratlos, wohin die Reise nach diesem ganzen Hamsterrad gehen soll. Und mal ehrlich…genau das ist es! Man denkt sich immer weiter und kommt aber selbst bei der Planung einer Stunde nicht weiter, alles dauert und ist eine Quälerei, genauso wie alles drum herum. Vielleicht können wir uns gegenseitig ein wenig austauschen und uns bei unserem Ausstieg zu Rate stehen? Was denkt ihr?

          Liebe Grüße

          1. Hallo Liv, leider ist das datenschutzrechtlich über diesen Blog nicht so einfach. Ich tausche bei beidseitigem Einverständnis aber gerne Emailadressen untereinander aus. Hast du schon gesehen, dass ich eine Community in Planung habe? https://isabellprobst.de/schulfrei-village/ Das könnte genau das sein, was du suchst. Braucht aber noch ein paar Monate, weil es ein absolutes Mammutprojekt ist. Das hilft dir also nicht sofort. Gerne aber bis dahin direkter Austausch von Adressen. Viele Grüße

          2. Hallo Thea, hallo Liv,
            ich empfinde ebenso wie du. Ich arbeite seit August als PKB und habe nun an der gleichen Schule das Ref begonnen. Eigentlich weiß ich seit Langem, dass ich keine Lehrerin werden will. Meine Netscheidung abzubrechen steht. Nervig sind v.a. Freund*innen und Familie, die kein Verständnis haben und nicht verstehen, dass mich diese Art Beruf krank macht. Gern werden die eigenen Eltern oder Freund*innen angeführt, die ja ach so glücklich mit dem Job sind. Guess what. Not me. Selbst von meinen Eltern kam: „Was willst du denn dann machen?“ Naja, ich habe doch zigtausend Möglichkeiten. Ich bin auch erstmal krankgeschrieben und muss sehen, dass ich den Antrag auf Entlassung einreiche – einen Grund braucht man laut meiner HS-Leitung und der GEW btw nicht angeben – aber eben auch weiterhin erstmal nicht auf dem Trockenen stehe. Eine Seminarleitung war sehr verständnisvoll und unterstützden, ihre Nachfolgerin leider so gar nicht… Bei mir stimmt alles nicht im Umfeld Schule. Und die motivierenden Kommentare aus meinem Umfeld bestärken mich eigentlich mehr den Abbruch durchzuziehen als das Ref zu Ende zu führen… Anders als es von ihnen intendiert ist. Leider weiß ich daher inzwischen kaum noch, mit wem ich sprechen soll und würde mich ebenfalls über Austausch freuen!
            LG, Berenice

  6. Hi ich stehe vor meiner letzten Lehrprobe und meine Psyche ist am Ende.
    Ich habe mich schon einmal Krankschreiben lassen und heute den neuen Termim für die letzte Lehrprobe bekommen. Insgesamt war das Ref schon extrem belastend für mich.
    Schon letztes Jahr habe ich mit Abbruchgedanken gespielt.
    Mich immer wieder zusammengerissen und weitergemacht. Nun bin ich am Ende und kann nicht mehr.
    Meine Familie und Freunde sagen natürlich alle zieh die letzte Prüfung durch. Dass das sinnvoll ist , keine Frage. Aber ich habe den Glauben an mein Können verloren.
    Nun habe ich für mich entschieden abzubrechen. Wisst ihr wie man vorgeht?

    Liebe Grüße

    1. Hallo Nadja, danke für deinen Kommentar. Ich würde zunächst mit deiner Hauptseminarleitung darüber sprechen und dich dann beim Sekretariat deines Ausbildungsseminars melden. Dort kann man dir dann erklären, ob es einen Vordruck gibt, oder ob du einfach ein formloses Schreiben aufsetzen musst. Formal ist der Abbruch schnell über die Bühne. Alles Gute!

      1. Liebe Nadja,
        du bist nicht die Einzige, die vor der letzen Prüfung abbricht! Du/Wir schaffen das! Leider haben Familie und Freund*innen, die nie als L gearbeitet haben, keine Ahnung wie der Alltag tatsächlich ausschaut und was dich quält. Ich habe auch lange durchgehalten und immer wieder versucht und gemacht und getan. Aber auch ich bin psychisch zusammengebrochen und werden den Abbruch durchziehen. Auch bei mir wollen die meisten motivieren, weiterzumachen, jedoch bestärkt mich dies noch stärker, den Abbruch durchzuziehen… Alles Gute für dich!
        Berenice

  7. Hey an alle!
    Bin total begeistert auf diese Seite gestoßen zu sein, Es ist zwar nicht so, dass ich nicht gerne Lehrerin sein möchte, aber meine alten Seminarleiterinnen möchten nicht, dass ich es werde. Ich bin denen zu kindorientiert und nicht streng genug. Nun haben Sie mich durch die erste Staatsprüfung fallen lassen und ich überlege, ob ich es überhaupt noch mal wagen sollte, die 2. Prüfung anzutreten.

    1. Hey Nino,
      was ist bei dir aus der Prüfung geworden? Hast du weiter gemacht oder aufgehört? Bin gespannt, von dir zu hören.
      Ich habe das Referendariat letzte Woche begonnen und stecke mittendrin in einer ordentlichen Krise. Daher bin ich gerade sehr froh, hier von anderen zu lesen, denen es ähnlich geht.
      Ich würde mich freuen, etwas in Kontakt zu treten, da „Außenstehende“ das immer so schlecht verstehen können.
      Liebe Grüße 🙂

  8. Hallo an alle und vor allem an Rabsel,

    mir tut es gerade sehr gut zu hören, dass du bereits nach deiner ersten Woche Zweifel hast. Bei mir ist es die dritte Woche und ich hab mich jetzt erst einmal eine Woche krankschreiben lassen, um mich zu sortieren.

    Ich habe die letzten Tage nur geweint, sobald ich zu Hause war, habe Panik vor den Unterrichtsvorbereitungen, schlafe kaum und esse so gut wie nichts. Nach dem ich gestern einen heftigen Weinkrampf bzw. Panikattacke vor meiner Mutter hatte, hat diese den Arztbesuch veranlasst. Für mich steht fest, dass ich diesen Beruf zukünftig nicht machen möchte. Also werde ich abbrechen.

    Seit ich diesen Entschluss gefasst habe, gehts mir besser. Allerdings setzten jetzt die Selbstvorwürfe bei mir ein, wie es in meinem Leben weitergehen soll und die Angst es allen anderen in meinem Umfeld beichten zu müssen. Ich habe schließlich in der Vergangenheit einige Praktika in der Schule absolviert und mein Studium erfolgreich beendet, also verstehe ich selbst kaum, warum ich jetzt so eine heftige Ablehnung verspüre. Es ist als ob ich jetzt erst begriffen habe, wie hoch die Arbeitsbelastung und Verantwortung ist und wie stark das Privatleben darunter leidet. Ich bin einfach nicht bereit dazu, selbst kein eigenes Leben mehr zu haben. So nehme ich es zu mindestens wahr.

    Besonders schwer finde ich jetzt das weitere Vorgehen, um aus dem Referendariat rauszukommen: Was muss ich tun? Was als erstes? Mit wem muss ich sprechen? Wie regle ich das mit der Privaten Krankenversicherung? Muss ich zum Arbeitsamt? So vieles muss geregelt werden, obwohl mir diese Situation gerade echt mega zusetzt und ich nicht viel Kraft habe.

    Diese Seite hat mir gerade aber wieder etwas Mut geschenkt. Es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine ist und das ehemalige Abbrecher einem aufzeigen, dass das Leben danach weiter geht. Mit neuer Kraft werde ich meine Recherche jetzt fortsetzen, um mich über die nächsten Schritte zu informieren.

    Ich wünsche allen anderen den es genauso geht viel Kraft auf ihrem weiteren Weg.

    Lieben Gruß
    Cat

    1. Hallo Cat, tut mir sehr leid, dass es dir aktuell so schlecht damit geht. Als erstes würde ich mit deiner Kern/Hauptseminarleitung das Gespräch suchen. Die Schritte sind sehr simpel und kurzfristig machbar. Beim Seminar reicht ein knappes Schreiben. All das kann dir deine Hauptseminarleitung oder das Sekretariat des Ausbildungsseminars beantworten. Kommt häufig vor, die kennen also die Abläufe. Zum Arbeitsamt musst du nicht, kannst du aber. Versicherung umstellen ist auch nicht das Problem. Lass dich da einfach von deiner PKV beraten. Viele Grüße und viel Erfolg und Kraft!

    2. Liebe Cat,
      mir geht es ähnlich wie dir. Ich weiß auch nicht, in welcher Reihenfolge ich die Dinge angehen soll und das macht mich gerade echt unglücklich.
      Wir können uns gerne über das weitere Vorgehen und auch allgemein die Situation austauschen und gegenseitig helfen bzw. unterstützen. Melde dich gerne, wenn du magst :).

      Liebe Grüße und dir weiterhin viel Kraft und alles Gute,
      Liz

    3. Hey Cat 🙂

      Da ich mich zurzeit in einer ähnlichen Situation befinde wie du vor einigen Monaten wollte ich dich fragen, ob ein Austausch mit dir möglich wäre.

      Liebe Grüße

      1. Hallo Izzy,
        mir geht es gerade auch so wie dir und damals Cat. Wenn du magst können wir uns gerne austauschen.

        Liebe Grüße
        Laura

  9. Hallo ihr Lieben,
    Ich bin jetzt eine Woche im Referendariat und bin komplett überfordert. Jedoch nicht der Arbeitsaufwand überfordert mich, sondern was für eine Arbeit es ist. Ich finde keinerlei Motivation Stunden vorzubereiten und fühle mich sehr unkreativ, trotzdem mache ich mir viel Druck. Ich weiß nicht an was es liegt, aber ich fühle mich total unwohl, sobald es um das Thema Schule geht. Ich wache mit Bauchschmerzen und Übelkeit auf und muss mich erst mal bei meinem Freund ausheulen, der Gott sei Dank zu mir hält. Im Studium habe ich schon gemerkt, dass es womöglich nicht mein Traumjob ist, doch jetzt wird mir bewusst wie viel Stress und Unwohlsein mir diese Arbeit bereitet. Meine Eltern sagen ich soll das alles noch auf mich zukommen lassen und dass ich doch jetzt erst die zweite Woche da bin und sich das noch normalisiert. Aber allein, wenn ich schon an die UVs denke, wird mir übel. Ich habe gemerkt, dass wirklich ein großer Teil vom Privatleben von Schule bestimmt wird. In einem Job, wo ich leidenschaftlich dabei wäre würde mich das auch nicht stören, aber hier bereitet es mir nur Unbehagen und ich kann kaum schlafen. Nahezu jeder in meinem Umfeld sagt, dass dies normal sei, wenn man in die Arbeitswelt startet, aber ich habe das Gefühl, dass mein Körper mir einfach schon frühzeitig sagen will, dass ich mit dieser Situation nicht fertig, geschweige denn glücklich werde. Während der Unterrichtsvorbereitung denke ich fast nur an Berufstätigkeiten, die mich glücklicher machen würden, mich allerdings wieder an den Anfang (eine Ausbildung) zurücksetzen würden.
    Ich bin froh hier eine Seite mit Austausch gefunden zu haben. Denn ja, alle sagen, am Anfang ist es viel Information und Aufwand im Referendariat, aber es wird nicht weniger werden, im Gegenteil, im 2. Jahr bekommt man eine eigene Klasse und alles wird noch viel stressiger. Deshalb spiele ich jetzt schon mit dem Gedanken abzubrechen, aber ich schäme mich so sehr dafür, weil ich schon immer Versagensängste hatte und Angst habe, wie mein Umfeld reagieren wird. Ich habe nur das Gefühl, ich will das alles meiner Psyche nicht antun.
    Glaubt ihr, man merkt schon zu Beginn, dass der Job nichts für einen ist?

    Ich freue mich auf Austausch.

    Liebe Grüße

    1. Hallo liebe Sarah,
      ich haben eben deinen Beitrag gelesen und mich gefragt, wie es dir mittlerweile ergeht.
      Da ich mich momentan in einer sehr ähnlichen Situation befinde, würde ich mich über einen Austausch freuen.

      1. Hallo liebe Bernadette,

        tut mir Leid, dass ich mich jetzt erst melde. Ich habe tatsächlich das Referendariat hingeschmissen und mich einen Monat krankschreiben lassen, um alles zu organisieren. Ich habe mir schnellstmöglich eine Stelle im Einzelhandel gesucht (da ich dort schon Erfahrung habe durch Mini- und Studentenjobs). Dies ist jedoch nur eine vorübergehende Lösung, um zu reflektieren und zu mir zu finden. Ich hab die letzten Monate versucht, herauszufinden, was mich antreibt. Das ist einerseits der Wunsch etwas zu einer besseren Welt beizutragen. Ich arbeite immer noch sehr gerne mit Kindern und Jugendlichen (Menschen generell), aber auch die Arbeit mit Tieren bereitet mir große Freude. Ich würde gerne in der Pädagogik bleiben und im Bereich der Tiergestützten Pädagogik Fuß fassen. Jedoch ist es in diesem Bereich nicht so einfach in ein Angestelltenverhältnis zu gelangen. Zumindest nicht bei oberflächlicher Recherche, die ich bisher betrieben habe, weil mich immer noch Unsicherheit und vermindertes Selbstbewusstsein plagen. Also die Sorge vor erneutem Versagen. Die Zeit nach dem Abbrechen des Referendariats war sehr erleichternd. Ich fühlte mich wieder wie ich selbst und die depressive Verstimmung verschwand. Hin und wieder plagen mich kleine Angstzustände, wie es weitergehen soll, aber nie habe ich Zweifel an meiner Entscheidung gehegt. Ich bin immer noch sehr glücklich mit meiner Entscheidung und habe auch viel Unterstützung von meinem Umfeld erfahren, auch von meinem damaligen Seminar. Alle waren sehr einfühlsam. Manche bewunderten mich sogar für meinen Entschluss, dass ich in der Lage war aus einem „Trott“ auszubrechen. Für mich war es jedoch kein Trott, sondern eher eine Tortur, weshalb für mich nichts anderes in Frage kam, als abzubrechen und zu reflektieren was ich im Leben wirklich möchte. Ich hoffe dir geht es soweit den Umständen entsprechend gut, wie auch immer du dich entschieden hast.

        Liebe Grüße

  10. Ich befinde mich auch in der Situation, wo ich überlege, die Brocken hinzuwerfen. Es macht keinen spaß und die Vorstellungen des Seminars sind nicht meine. Womit ich nicht meine, dass das nur einer (Seminar oder ich) richtig läge, es nur nicht deckungsgleich. Ich favorisiere reformpädagogische, offene Ansätze. Die starren Planungen mag ich nicht und *kann* ich nicht. Ich kann und möchte das auch nicht schauspielern. Und wenn man dann mit Hattie kommt, dass die „Lehrerpersönlichkeit“ doch das ausschlaggebendste für den Lernerfolg sei, dann gibt es schiefe Gesichter, aber das war es auch…
    So ist es Stress und ich fühle mich sehr unwohl. Ich kann mir vorstellen, dass es in einem anderen Umfeld ( einer Schule mit tatsächlichen alternativen Formen) für mich eine Zukunft im Leherberuf gäbe. bAber dazwischen steht noch ein halbes Jahr, und ein Bestehen. Gerade letzteres ist kein Selbstläufer, da ich eben die Dinge teilweise schon recht anders sehe als das Seminar. Ich verstehe , wie das Seminar zu den schlechten Bewertungen (bisher 3-4) kommt , ich kenne ja einigermaßen den Kriterenkatalog, aber ich lehne ihn ab, bzw. *kann* ihn nicht umsetzen. Ich kann mich da nicht verbiegen. Ein Abbruch ist konsequent.
    Mal schauen, einen UB warte ich noch ab, wenn die Fachleitung und ich da wieder auf keinen akzeptablen gemeinsamen Nenner kommen, war es das wohl.

  11. Hey Leute,
    ich fühle mit euch. Bin seit Januar im Ref. und psychisch auch ziemlich angeschlagen. Schon das erste Halbjahr war eine Tortur, obwohl ich in allen UBs recht gut bewertet wurde. Ich habe schon vor den Sommerferien mit dem Gedanken gespielt wegen emotionaler Überlastung das Handtuch zu werfen. Meine Fachleiterin meinte, dass das in meinem Fall jammerschade wäre und ich die Zähne zusammenbeissen soll. Seit September bin ich im eigenverantwortlichen Unterricht und heillos überfordert. Schon die Vorbereitungen für die Alltagsstunden laufen schleppend, dann noch Konferenzen, Klassenarbeiten konzipieren, korrigieren, mündliche Noten geben und von der Hälfte meiner fünf Klassen kenn ich nicht mal die Namen. Zusätzlich Doku schreiben, wofür ich weder Zeit noch Kraft habe. Oft sitz ich stundenlang am Schreibtisch und habe am Ende nicht einmal eine strukturierte Stunde geplant. Schlafstörungen, nervöse Gereiztheit, Panik, Eheprobleme…das volle Progremm. Alles in allem, ich spiele auch mit dem Gedanken es jetzt endgültig sein zu lassen mit dem Ref. Allen, die erst ein paar Wochen dabei sind, rate ich aber noch ein wenig durchzuhalten, Unterstützung zu suchen und zu warten, bis sich etwas Routine einstellt. Schließlich ist das eine Lebensentscheidung. Alles Gute euch!

    1. Hey lieber Sandmann, mir geht es ganz ähnlich wie dir. Ich bemerke gerade einfach, dass ich zwar gut unterrichten kann aber mir das Ganze nicht so richtig Spaß macht! Wenn es darauf ankommt, zeige ich super Leistung. (aber halt mit enormem Aufwand und voller „Qual“). Ich kann mir einfach nicht vorstellen, mein Leben lang diesen Beruf auszuüben. Das ständige Vorbereiten/Korrigieren in der Freizeit nimmt mir gerade echt die Lebensqualität. Ich weiß, dass jeder Job seine Herausfoderungen hat und nichts im Leben einfach ist. Mir wäre es aber persönlich lieber, wenn ich nach Feierabend einfach Feierabend habe und nicht ständig an den nächsten Tag denken muss. Vielleicht könnten wir uns ja mal kurzschließen, um Erfahrungen auszutauschen? Viele Grüße

  12. Hallo,

    Ich bin 28 Jahre alt und durch einen Umweg über eine bisher nicht einmal abgeschlossene Promotion noch nicht einmal im Referendariat. Allerdings habe ich (erneut) eine Aushilfsstelle im Fach Musik angenommen, da es hier einen extremen Lehrermangel in diesem Fach gibt. Es war schon bei den letzten Malen nicht supertoll, aber irgendwie wird es immer schlimmer… Ich gehe mittlerweile (nach nur 4 Wochen mit nur jeweils 8 Unterrichtsstunden) mit Bauchschmerzen und kleinen Panikanfällen zur Arbeit und bin völligst unkreativ. Sitze 3 Stunden vor einem leeren Blatt und bringe kaum ein Arbeitsblatt zustande. Ich kann auch bei meinen sonstigen Aktivitäten nicht mehr richtig entspannen oder Freude finden und denke fast immer nur daran. Ich habe mir die ganze Zeit eingeredet, dass das im Referendariat sicher besser wird, aber irgendwie glaube ich daran nicht mehr. Aus Angst vor dieser viel beschrienen Zeit, habe ich das immer weiter geschoben und mich jetzt für nach den Sommerferien erneut beworben. Ich habe aber eine Heiden Angst davor und glaube mittlerweile, dass ich das nicht durchhalten kann. Vor allem, wenn es jetzt schon so schlimm ist und ich nichts auf die Reihe kriege. Meine Fächerkombination ist aber nicht gerade prädestiniert dazu, einen anderen Job zu finden. Außerdem will ich nicht jedem mein Versagen so auf die Nase binden müssen. Ich meine, wozu habe ich denn so lange studiert?
    Lohnt es sich aus Sicht der Referendare, es zumindest einmal zu versuchen? Ein bisschen Anleitung gibt es da doch schon oder?

    1. Hallo Fahrenheit, deine Frage, ob es sich lohnt, das Referendariat „zu versuchen“, lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Das hängt von sehr vielen Faktoren ab, die ich im Rahmen deines Posts natürlich nicht wissen kann. Ich möchte dir dennoch mitgeben, dass deine Fächerkombination nicht unbedingt relevant für einen neuen Job ist, denn viele meiner Kunden orientieren sich in Bereiche um, in denen man zwar studiert haben muss, aber in denen das konkrete Fach nicht unbedingt ausschlaggebend ist. Ein Versagen ist das nicht! Die meisten Berufsbiografien verlaufen heutzutage nicht mehr gerade. LG

  13. Hallo alle!
    Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte, die sich in vielerlei Hinsicht mit meinen decken. Ich habe vor drei Wochen mein Referendariat abgebrochen, unmittelbar vor dem Beginn der Prüfungsphase.

    Ich hatte vor dem Studium mehrere Jahre Erfahrungen als pädagogische Mitarbeiterin und Schulbegleitung, wusste also ungefähr, was mich im Schulalltag erwartet. Ich habe da überall gute Kritiken bekommen und man hat mir geraten, doch auf Lehramt zu studieren. Studium lief super, Bachelor und Master mit einskommairgendwas abgeschlossen. Das studienbegleitende Praxissemester mit sehr guter Rückmeldung (ich sei schon so weit in meiner Entwicklung etc.).

    Dann motiviert ins Referendariat – und in die Katastrophe. Es hat von Anfang an nicht funktioniert, ich stand komplett unter Strom, nur negative Rückmeldungen in den Besuchen. Frustration, Gedanken ans Hinschmeißen, dauernd krank. Ich war immer ein total optimistischer Mensch und auf einmal bin ich völlig zusammengebrochen. Teilweise hatte ich echt Angst, das Referendariat nicht lebendig zu überstehen und an einem Herzinfarkt oder ähnlichem zu sterben, weil ich keine Sekunde mehr abschalten konnte. Keine Zeit mehr für Sport, für Freundschaften, für Ausgleich, stattdessen immer nur am Schreibtisch. Schlafstörungen, Magenschmerzen, Dauerkopfschmerzen.

    Habe mich mehr schlecht als recht durchgeschleppt, war glücklich über die Nennung des Prüfungstermins (man hatte mich anscheinend doch zugelassen!), weil ich dachte, wenn ich erstmal die Prüfung geschafft habe, wird alles besser, wie alle immer behaupten …

    Bis ein paar Tage später die Einladung zum Gespräch ins Studienseminar kam. Total schlechte Noten, kaum die Chance auf Bestehen. Zum Glück war ich vorgewarnt und hatte die Entscheidung bereits getroffen, jetzt abzubrechen. Das war nur noch der letzte Tropfen im vollen Fass. So bleibt mir als Rettungsanker immerhin die Möglichkeit, als Vertretungslehrerin zu arbeiten. Mit nicht bestandener Prüfung ist das leider nicht mehr möglich. Da steht man auf einer Stufe mit Menschen, die durch pädophile Neigungen o.ä. aufgefallen sind …

    Ich habe direkt Kontakt mit der Arbeitsagentur aufgenommen, habe inzwischen 4 Bewerbungen im außerschulischen Bereich laufen, einige davon sind echt passend auch für meinen Lebenslauf – und das sogar hier im ländlichen Bereich! Übermorgen steht das erste Vorstellungsgespräch an.

    Alle, die meinen Leidensweg der letzten 14 Monate begleitet haben, haben absolutes Verständnis für meine Entscheidung und sind froh, dass ich jetzt wieder die Alte bin.

    Ich bin unendlich froh über meine Entscheidung und schaue auch nicht im Zorn zurück. Man darf sich halt den Schuh nicht anziehen, dass es 7 verschenkte Jahre waren. Waren es definitiv nicht. Ich habe viel gelernt und einen Abschluss gemacht, der auch in anderen Bereichen nützlich sein kann.

    Allen, die mit dem Gedanken spielen, kann ich nur raten, gut abzuwägen und nicht zu denken, dass danach nur Katastrophen kommen. Man muss sich halt ernsthaft mit den Alternativen auseinander setzen – aber geben tut es die definitiv auch außerhalb des Schuldienstes!

    Viel Glück an alle Zweifelnden!

  14. Hallo zusammen,

    ich bin jetzt seit ein paar Wochen im Ref und mir geht es genauso wie vielen von euch. Die Zweifel an der Entscheidung diesen Weg gegangen zu sein, sind jetzt schon so präsent und machen mir sehr zu schaffen. Vor allem sind es Selbstzweifel, nämlich dass ich für diesen Beruf einfach nicht gemacht bin. Die Gedanken an Schule sind mit Bauchschmerzen verbunden, die Unterrichtsplanung führt zu Panik, da ich oft keine Ideen und keine Motivation habe und dann sehr unter Zeitdruck gerate. Ähnlich wie bei Sarah kreisen meine Gedanken fast ständig um mögliche Alternativen…Schon im Studium hatte ich zwischendurch Zweifel, war mir sogar schon sicher, ich würde nach dem Studium eine andere Richtung einschlagen. Wahrscheinlich wäre das auch besser gewesen. Jetzt wird mir schlecht wenn ich daran denke, dass ich mich eigentlich total fehl am Platz fühle, mich verrannt habe und nicht weiß, wie es weitergehen soll und was danach kommt. Dabei ist es nicht einmal so, dass es so schlecht laufen würde…Das Kollegium und mein Betreuungslehrer sind nett, mein erster UB ist gut gelaufen, mit den SuS komme ich bisher gut klar. Trotzdem kann ich mich darüber nicht so richtig freuen. Vielleicht geht es ja jemandem ähnlich und möchte sich ein bisschen austauschen.
    Lieben Gruß

    1. Hallo liebe Isa,

      Wenn ich deinen Text lese, dann könnte ich ihn geschrieben haben. Eins zu eins meine aktuelle Lage und emotionale Situation. Ich google den ganzen Tag Jobalternativen und manchmal ist mir dabei zum weinen oder zum lachen zumute.

      Wo hast du das Ref denn angefangen?

    2. Liebe Isa,

      du sprichst mir direkt aus der Seele. Seit den Winterferien bin in nun im Referendariat an einem Gymnasium. Ich habe in der ersten Woche so motiviert angefangen und spüre eine zunehmend schlimme innere Unruhe, die mich nach und nach aufzufressen droht, weil ich mich absolut unwohl und fehl am Platz fühle, ich bin total am zweifeln, habe Schlafstörungen, habe Gewicht verloren (normalerweise hätte ich mich darüber gefreut, aber nicht so!), mir schmeckt Essen nicht mehr (ich habe eigentlich immer gerne & frisch gekocht).. kurzum: Ich bin so unglücklich wie noch nie in meinem Leben und Auslöser meiner depressiven Verstimmung war das Ref. Mein Selbstbewusstsein ist verschwunden. Alle wollen mir helfen und sagen: „Aller Anfang ist schwer! Das wird schon! Probieren geht über studieren!“ Ich kann es nicht mehr hören. Ich habe gleichzeitig wahnsinnige Angst davor, das Ref abzubrechen, da ich keine Antwort auf die folgende Frage parat habe: Und was mache ich nun beruflich?

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