Das „Angekettet-Sein“ an den Beruf erschafft nämlich ein Hierarchiegefälle. Dadurch, dass berufliche Alternativen finanziell unattraktiv erscheinen, tritt ein viel zu mächtiger Dienstherr auf den Plan, der sich der Treue seiner Schäfchen sicher sein kann.
Egal, was ich mit meiner Karriere tun möchte, ob ich mich vertikal (z.B. Abordnungen an Seminare, Beförderungen, A13-, A14- oder A15-Stellen) oder ob ich mich horizontal verändern möchte (z.B. einen Schul- oder Bundeslandwechsel), ich bin immer abhängig von dem Einverständnis und dem Urteil von Vorgesetzten.
Das bringt Lehrkräfte in die Position eines Bittstellers. Ein Beispiel:
Angenommen du stellst eine Überlastungsanzeige, weil die Zustände an deiner Schule untragbar geworden sind. Aufgrund dieser Zustände bemerkst du Symptome der Überlastung. Über den Dienstweg und Gespräche mit der Schulleitung konntest du nichts erreichen.
Dir bleibt nur ein Ausweg. Jahre später möchtest du eine Nebentätigkeit einreichen, um endlich berufliche Erfüllung zu finden. Jedoch verwehrt die zuständige Behörde den Antrag auf Nebentätigkeit mit der Begründung: „Sie haben doch Überlastung angezeigt und jetzt wollen Sie mehr arbeiten? Sie werden doch wohl verstehen, dass wir das nicht genehmigen können.“