Weniger Stress als Lehrkraft durch diesen Rollenwechsel!

Durch den Ausfall einer Kollegin musstest du die Kursstufe auch noch übernehmen? Die Korrekturen stapeln sich? Du sitzt in unzähligen Vertretungsstunden und Konferenzen deine Zeit ab? Vielleicht hast du auch an Ausstieg gedacht aber der Schritt scheint zu groß? Solltest du nur eine diese Fragen mit „Ja!“ beantwortet haben, dann bist du vermutlich als Lehrer im Stress! In diesem Artikel erfährst du, wie du von der gestressten Lehrkraft zur selbstwirksamen Gestalter*in wirst. Schluss mit Stress als Lehrer!

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Innere und äußere Ursachen für Stress als Lehrer:

Es gibt äußere Faktoren, die zu Stress führen aber veränderbar sind. Natürlich kannst du zum Beispiel dein berufliches Umfeld durch eine Kündigung verändern. Du kannst in einen Job wechseln, der für dich weniger Stress verursacht. Falls du hierbei Hilfe benötigst, dann kannst du diese gerne HIER bei uns in Anspruch nehmen. 

Aus unserer Erfahrung aus über 1000 begleiteten beruflichen Neuorientierungen bei Lehrkräften können wir dir allerdings versichern: Du wirst auch im neuen Beruf nicht endlich stressfrei sein oder die Neuorientierung überhaupt erfolgreich bewältigen, wenn du nicht deine inneren Stressoren bewältigst.

Bevor du dich demnach nicht mit einer zentralen inneren Ursache von Stress als Lehrer auseinandergesetzt hast, wirst du diese Ursache auch in andere Berufe mitnehmen. Falls du (noch) im Lehrberuf tätig sein solltest, pass im Folgenden also genau auf wie du dich mit der inneren Ursache von Stress erfolgreich auseinandersetzt. 

Du wirst nach der Lektüre dieses Artikels hoffentlich erkennen, ob die äußeren (beruflichen) Faktoren oder deine eigene Haltung zu diesen äußeren Faktoren für deinen Stress als Lehrer verantwortlich sind und dann auch mehr darüber wissen, ob du im Beruf bleiben oder einen Wechsel anstreben solltest.

Die innere Ursache für Stress als Lehrkraft: Opferhaltung und Selbstmitleid?

Lehrer bekommen viel zu oft unberechtigte Kritik. Ein ganz besonderes Reizwort ist z.B. die „Opferhaltung“. Uns triggert das Wort auch total und wir hassen es, wenn Lehrer hiermit hämisch abgeurteilt werden. Schließlich geht das einher mit, uns allen aus unserem sozialen Umfeld bekannten, unverschämten Aussagen wie: „Wie kann man sich denn nur beschweren, wenn man einen Beruf mit so vielen freien Nachmittagen und so viel Ferien hat?“

Gleichzeitig stimmst du uns sicherlich zu, dass es einige Kollegen gibt, die genau diese Opferhaltung an den Tag legen (und die damit auch all zu oft den Ruf unseres Berufsstandes verderben). Doch jede/r von uns hat ihn hin und wieder: den kleinen Jammerer. Er hält uns passiv und trotzig und verhindert, dass wir uns selbst aus misslichen Lagen befreien.
 

Es fühlt sich oft einfach auch mal gut an zu jammern oder? Und wir alle tun es regelmäßig. Das ist auch nicht weiter schlimm! Wird dieser Jammerer allerdings langfristig zu dominant, dann entsteht eine chronische und manifestierte Opferrolle.

Genau dahin möchten wir mit dir schauen. Wenn es also im Folgenden um den Begriff Opferhaltung geht, dann nicht, weil wir dir weiß machen wollen, alle Lehrer hätten diese, sondern weil wir dich zum Nachdenken einladen möchten, ob du hier und da Muster erkennst, die dich selbst nerven und in denen du handlungsfähig werden möchtest.

In der Opferrolle hast du das Gefühl: „Alles ist gegen mich, es lohnt sich nicht meine Stimme zu erheben und eine Grenze zu ziehen. Es bringt ohnehin nichts.“  Du hast deine Wirkungsmacht verloren, lässt die äußeren Stressoren über dich ergehen und verstärkst sie sogar durch deinen inneren Jammerer. 

Bilquelle (c) Canva
Muster einer manifestierten Opferrolle
  • du sagst ständig „Ja!“, obwohl du es nicht willst
  • du fühlst dich machtlos und gibst anderen häufig die Schuld
  • du ziehst wenige Grenzen und scheust Konflikte
  • du erwartest, dass man deine Gedanken liest
  • du siehst deine Gutmütigkeit häufig ausgenutzt
  • du vertrittst häufig die Thesen: „Menschen sind grundsätzlich schlecht“ oder „Alle haben sich gegen mich verschworen.“
  • du nimmst dich selbst engagierter als andere Lehrkräfte wahr und fühlst dich dennoch gegenüber diesen benachteiligt statt wertgeschätzt
  • du bringst dich wenig in Diskussionen (z.B. in GLKs) ein, bist dann aber mit dem Ausgang der Diskussion unzufrieden.
  • du verhältst dich so, wie du denkst, dass andere es von dir erwarten
  • jeder vermeintlichen Lösung bringst du erstmal Misstrauen entgegen

In dieser Checkbox kannst du für dich überprüfen, ob sich bei dir eine Opferhaltung manifestiert hat, und ob du diese als Haltung angenommen hast. 

Die Folge einer sich verfestigten Opferhaltung kann dazu führen, dass du Stress als Lehrer nicht erfolgreich bewältigen kannst. Das kann auch gesundheitliche Folgen, wie z.B. eine Burnout-Erkrankung nach sich ziehen. Lese in diesem Artikel mehr über Burnout als Lehrkraft.

ABER ACHTUNG HIER MUSS DIFFERENZIERT WERDEN: Auch wir sind in unserer Arbeit mit Lehrkräften mit Einzelschicksalen konfrontiert, in denen die betroffenen Lehrkräfte tatsächlich Opfer ihrer manipulativen Kollegen oder Vorgesetzten waren. 

Es ist allerdings ein Unterschied tatsächlich Opfer zu sein oder sich freiwillig in diese Rolle zu begeben. Hier gilt es, sich dahingehend immer wieder selbst zu reflektieren.

Wichtig ist, wie du mit den äußeren Umständen und Widrigkeiten umgehst, und dass du aktiv auf sie reagierst. Sie nicht passiv aggressiv hinnimmst.

Radikale Selbstverantwortung - Eine Kampfansage an den Stress als Lehrer

In unserem beruflichen Neuorientierungscoaching für Lehrer sehen wir, dass alle Kunden, die erfolgreich ihr Jobglück gefunden haben eine große Gemeinsamkeit haben: Sie haben beschlossen auf Widrigkeiten pro-aktiv zu reagieren. 

Radikale („radix“ lat. „von der Wurzel an“) Selbstverantwortung (engl. responsibility) bedeutet kategorisch und absolut auf Umstände zu antworten (engl. response-ability „Die Fähigkeit zu antworten“). Selbst spirituelle und einfühlsame Stimmen wie Eckhart Tolle in seinem Buch „Jetzt!“ (siehe: Büchertipps für Lehrer, die neue Wege gehen wollen) sprechen davon, dass es nur drei Möglichkeiten geben kann, um mit stressverursachenden Situationen umzugehen:

  1. Akzeptiere die Situation und lerne damit umzugehen.
  2. Verändere die Situation zu deinen Gunsten.
  3. Verlasse die Situation.

Die vermeintliche Möglichkeit  „4. Ich belasse alles so, aber ich beschwere mich darüber.“ scheint im Vergleich zu den anderen drei Möglichkeiten nahezu absurd. 

In der Zusammenarbeit mit uns lernst du deine Bedürfnisse, Ziele und Wünsche genau kennen, um für dich herauszufinden, wann du eine Situation verändern, akzeptieren oder verlassen musst.

Wie kann ich radikale Selbstverantwortung übernehmen und was bedeutet das für meine berufliche Zukunft ohne Stress?

Mit dem inneren Team den Stress als Lehrer bewältigen und Verantwortung übernehmen!

Wichtiger Disclaimer: Natürlich wäre es vollkommen höhnisch Personen, deren Vergangenheit von Missbrauch, von Gaslighting und Manipulation oder von massiver hierarchischer Machtausübung geprägt wurde, zur Selbstverantwortung zu raten.

Dieser Blog richtet sich in seiner Darstellung und Meinung vor allem an mental gesunde Menschen, die es mit „Normsituationen“ zu tun haben. Sei dir immer bewusst: Depressionen oder Burnout benötigen eine therapeutische Aufarbeitung und keine radikale Selbstverantwortung.

Solltest du in einem toxischen Verhältnis feststecken, dass dich immer wieder in die Opferrolle zwingt, dann suche dir dringend Hilfe. Du musst das nicht alleine schaffen, hier gibt es Profis!

Am Anfang steht der Beschluss überhaupt auf den Stress als Lehrer reagieren zu wollen und dies am besten mit einem gewissen zeitlichen Abstand zu tun.

Nimm dir Zeit, um dir stets die Frage zu stellen: „Wie möchte ich jetzt mit dieser Situation umgehen?“ Anstatt in Schockstarre oder Impulshandlungen zu geraten.

Du solltest dich einer Impulsentscheidung aktiv entziehen und Bedenkzeit für dich einfordern. Diese Bedenkzeit kannst du nutzen, um zum Beispiel mit der Methode des inneren Teams zu arbeiten. Diese Methode wenden wir auch in unseren Live-Coachings innerhalb des Schulfrei Programms an.

Zeichne auf einem Blatt Papier einen Kreis und fülle diesen mit Aussagen, die dein kleiner Jammerer tätigt, wenn er dich mal wieder zur Opferrolle überreden will. Nun soll dein inneres Team diese Aussagen entkräften. Hierzu zeichnest du andere Kreise auf das Blatt, die andere Aspekte deiner Persönlichkeit repräsentieren wie z.B. die Abenteuerlustige, den Akademiker, die Sportliche, den Lebensfrohen oder die Logikerin. 

Dieses innere Team hält den Jammerer klein und zeigt dir Schwarz auf Weiß die Handlungsoptionen auf, die aus dir selbst und den verschiedenen Aspekten deiner Persönlichkeit entstehen. Dadurch erfährst du eine neue Selbstwirksamkeit und dir wird es viel leichter fallen radikale Selbstverantwortung zu übernehmen, um auf den Stress als Lehrkraft zu reagieren.

Das könnte z.B. so aussehen:

"Die Schulleitung und das System machen mir das Leben zur Hölle. Bestimmt ist es in der freien Wirtschaft auch nicht besser. Alle werden Denken ich sei beruflich gescheitert, wenn ich kündige. Das bringt doch eh nichts! Ich setze doch brav alles um, was die Schulleitung sagt und dennoch werde ich einfach so zu Aufgaben zugeteilt, die ich nicht erledigen kann und möchte. Das ist so unfair!"
Der Jammerer
Team Opferhaltung
"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, die Erfahrung habe ich schon so oft gemacht! Mal schauen was passiert, wenn ich mir für mich spannende berufliche Alternativen überlege und der Schulleitung kommuniziere, was sich aus meiner Sicht verändern muss. Wenn mir die Antwort nicht schmeckt, dann bin ich eben weg hihi. Entweder wird mein Schulalltag dadurch vollkommen anders oder ich gehe auf zu neuen Ufern. In beiden Fällen ein Abenteuer :-)!"
Die Abenteuerlustige
Team Selbstverantwortung

Ab wann sollte ich als Lehrer vor lauter Stress eine berufliche Neuorientierung angehen?

Wenn du bereits aktiv zahllose Grenzen gezogen hast, wenn du deine Haltung zum Umgang mit Widrigkeiten grundsätzlich geändert hast und damit die inneren Ursachen für den Stress als Lehrer in den Griff maximal eingedämmt hast, dann erfährst du dich vermutlich als selbstwirksame Persönlichkeit. Du antwortest immer wieder pro-aktiv auf Probleme und Herausforderungen.

Das bedeutet aber nicht, dass dir Schule nicht mehr zusetzen kann. Wenn du dir also sicher bist, dass du die Opferhaltung in den meisten Situationen nicht mehr annimmst und trotzdem nicht in der Lage bist mit dem Stress des Schulsystems umzugehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass deine Bedürfnisse nicht länger zu deine Lehrtätigkeit an der Schule passen. In diesem Fall solltest du dringend über eine berufliche Veränderung nachdenken.

In unserem Coaching können wir dich dabei unterstützen. Allerdings auch hier nur, wenn du radikal selbstverantwortlich handelst. Coaching bedeutet Hilfe zur Selbsthilfe. Wir können mit dir einen Weg zum Jobglück finden. Bestreiten musst du ihn allerdings selbstständig. Also worauf wartest du noch? Raus aus der Opferrolle, rein in ein stressfreies und beruflich erfülltes Leben.

Finde in einer kostenfreien Erstberatung heraus, ob du und deine Situation sich für eine für dich erfolgreiche Zusammenarbeit eignen, sodass du dich endlich wieder auf montags freuen kannst!

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