Altersgeld-Beamte-Lehrer

Diese Bundesländer gewähren jetzt Altersgeld bei der Kündigung als Lehrer und Landesbeamter

„Was passiert mit meiner Pension bei der Kündigung als verbeamteter Lehrer?“ Das ist eine der häufigsten Fragen an mich und sie lässt sich eigentlich recht einfach beantworten.  In der Grafik unten habe ich für dich regional visualisiert, welche Bundesländer dir neuerdings Altersgeld gewähren, und welche noch den veralteten Weg der Nachversicherung gehen.

Altersgeld oder Nachversicherung bei der Kündigung als Lehrer und Landesbeamter?

Zuerst einmal: JA, natürlich kannst du deine Verbeamtung kündigen, indem du einen Antrag auf Entlassung aus dem Dienst stellst. Was das monetär für dich heißt, ist jedoch von dem Bundesland abhängig, bei dem du beschäftigt bist.

Dazu muss man erst einmal verstehen, was Altersgeld und Nachversicherung eigentlich genau bedeuten, und warum zwischen beiden ein riesiger und bedeutsamer Unterschied besteht, wenn du als Lehrer und Landesbeamter kündigst.

In diesem Artikel erkläre ich ausführlich, was die Nachversicherung in Abgrenzung zum Altersgeld genau bedeutet und warum das Altersgeld die zeitgemäßere Variante darstellt.

Veraltetes Beamtenrecht führt zu hohen Verlusten bei Kündigung als Lehrer. Das Altersgeld justiert nach.

Den beamtenrechtlichen Regelfall stellt die Nachversicherung bei der deutschen Rentenversicherung dar. Das bedeutet, dass deine Pension zu 100% verfällt und du stattdessen einen Rentenbescheid bekommst. Dieser ist dann ca. 50% kleiner, als dein bisher aufgebauter Pensionsanspruch gewesen wäre. Wie kommt es dazu? Ganz einfach: veraltetes Beamtenrecht. Dieses regelt den Fall der Kündigung nur unzureichend, somit fällt man schlichtweg durchs Absicherungsraster. Hier erkläre ich diesen Sachverhalt genauer. Bei meiner eigenen Kündigung als verbeamtete Lehrerin in Nordrhein-Westfahlen, die ich hier beschreibe, kam ich auch in den „Genuss“ der Nachversicherung.

Der Bund ging 2013 voran, immer mehr Bundesländer folgen.

Immer mehr Bundesländer regeln heute jedoch den Kündigungsfall durch einen Gesetzeszusatz, das sogenannte „Altersgeld.“

Sie tun es somit dem Bund gleich, der für Bundesbeamte schon 2013 das Altersgeld einführte.

Es macht deine bisher aufgebauten Pensionsansprüche „portabel“ also mitnehmbar. Manche Bundesländer erheben (nach Vorbild des Bundes) einen pauschalen Abschlag von 15%, um das Ausscheiden nicht zu attraktiv zu machen.

Baden-Württemberg und Niedersachsen verzichten aber beispielsweise auf diesen Abschlag und machen die Ansprüche zu 100% portabel.

Immer mehr Bundesländer gewähren Altersgeld. Diese sind es:

Laut aktuellem Stand (April 2022) gewähren folgende Länder Altersgeld:

  • Baden-Württemberg
  • Hessen
  • Niedersachsen
  • Sachsen
  • Hamburg
  • Bremen
  • Schleswig-Holstein 
  • Mecklenburg-Vorpommern 
  • Thüringen

Was genau heißt Altersgeld und wie bekomme ich es?

  • Das Altersgeld muss in manchen Fällen explizit beantragt werden. Und zwar BEVOR du aus dem Dienst entlassen wirst, andernfalls verfällt es und du wirst regulär nachversichert. Ich empfehle daher, das Altersgeld schon im Antrag auf Entlassung aus dem Dienst zu beanspruchen.
  • Baden-Württemberg hat das Altersgeld allerdings mittlerweile sogar zum Regelfall erhoben. Hier ist das also Standartprozedere und muss nicht explizit beantragt werden. (Quelle)
  • Einen Anspruch hast du erst nach 5 ruhegehaltsfähigen Jahren auf Planstelle. Beurlaubungen und Elternzeit zählen also nicht mit, Teilzeit schon!
  • Du kommst mit dem Altersgeld monetär etwa doppelt so gut weg, wie bei einer Nachversicherung. Das ist insbesondere nach vielen Dienstjahren ein absoluter Game-Changer.

Wie berechnet sich das Altersgeld?

Das Land Baden-Württemberg liefert in seinem praktischen Handout zum Altersgeld ein Berechnungsbeispiel:

Das Altersgeld beträgt für jedes Jahr altersgeldfähiger Dienstzeit 1,79375 Prozent der altersgeldfähigen Dienstbezüge, insgesamt jedoch höchstens 71,75 Prozent.

Das Altersgeld wird entsprechend den Anpassungen des Ruhegehalts dynamisiert.

Beispiel zur Berechnung eines Altersgeldes:

Beim vorgenannten Beispiel beträgt die altersgeldfähige Dienstzeit somit 15 Jahre.

Berechnung des Altersgeldanspruchs:

  • altersgeldfähige Dienstzeiten x 1,79375 = Altersgeldsatz
  • altersgeldfähige Dienstbezüge x Altersgeldsatz = Altersgeld

(Quelle)

Wann bekomme ich es?

Das Altersgeld wird erst bei Erreichen der Regelaltersgrenze aktiv. Je nach deinem Geburtenjahrgang ist das also mit 65, 66 oder 67 Jahren. Du meldest dich zu diesem Zeitpunkt bei deinem zuständigen Landesamt für Besoldung und Versorgung / Finanzen und erhebst deinen Anspruch.

Der Betrag wird dir dann als monatliche Zahlung zusätzlich zu deinen ansonsten erworbenen Altersansprüchen (z.B. eine gesetzliche Rente und deine private Vorsorge) ausgezahlt.

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"Lohnt sich das?"

Immer wieder berichten mir junge Lehrkräfte, dass sie mit der Kündigung hadern weil sie für sie so verlustreich in der Altersvorsorge sei. Und dann sei da ja auch noch das Altersgeld. Da müsse man ja unbedingt die 5 Jahre im Dienst voll machen, um einen Anspruch zu erwerben.

Hier muss ich ganz klar sagen: Lass die Kirche im Dorf. In den ersten Dienstjahren geht es um Peanut-Beträge! Das hört niemand gerne, weil man ja die Pension für den goldenen Gral hält, ABER: In deinen ersten Dienstjahren ist dein Anspruch minimal. Und zwar so minimal, dass wir über niedrige dreistellige Beträge sprechen!

Aus meiner Sicht lohnt es Sicht ÜBERHAUPT nicht, länger im Dienst zu bleiben, nur um irgendwelche fiktiven Ansprüche zu erwerben, die im Alter dann 100-200 € ausmachen.

Altersgeld lohnt sich meines Erachtens erst „wirklich“ ab ca. 8-10 Dienstjahre aufwärts. Ab ca. 12 Jahre aufwärts geht es um ausschlaggebende Summen.

Prognose: Wird das Altersgeld überall kommen? Soll ich warten?

Wird das Altersgeld auch in anderen Bundesländern kommen? Ich gehe davon aus: Ja, das MUSS es. Denn die Regelung der Nachversicherung verstößt gegen EU Recht. Hier schreibe ich darüber.

Lohnt es sich, mit der Kündigung bis dahin zu warten? Bedingt… Ich gehe davon aus, dass die „großen“ Bundesländer NRW und Bayern in den nächsten 5-10 Jahren nachziehen werden. Ob du so lange warten willst? 

Falls du bereits viele Dienstjahre auf dem Buckel hast und es bei dir WIRKLICH um Geld geht, empfehle ich dir unbedingt, eine Einzelfallprüfung von einem Anwalt vornehmen zu lassen. Ggf. lässt sich für dich etwas erstreiten.

Lasse das auf keinen Fall unversucht und nimm juristische  Beratung in Anspruch. NICHT von einem Lehrerverband, sondern von einer spezialisierten Kanzlei.

Fazit:

In Ländern mit Altersgeldregelung nimmst du mehr Geld mit in den Ruhestand. Das wird aber erst spürbar ab ca. 10 Jahren auf Planstelle. Vorher geht es eher um Peanut-Summen, die im Alter den Kohl auch nicht fett machen.

Was gibt es sonst noch alles zu beachten und zu regeln? Das erfahren die Teilnehmer:innen an unseren Coachingprogrammen gerne von uns 🙂

33 Kommentare zu „Diese Bundesländer gewähren jetzt Altersgeld bei der Kündigung als Lehrer und Landesbeamter“

  1. Das Altersgeld kommt in JEDEM Bundesland! Es wäre europarechtswidrig, so die Rechtsprechung der EU, wenn es versagt bliebe. Deshalb führt gerade Thüringen das Altersgeld (rückwirkend auf den Tag des Urteils) ein.

    I ch bin selbst betroffen. Bin in die Freie Wirtschaft.

    Ich frage mich nur, wie das ist bei versetzungswilligen Besmten, die man bisher wegen fehlendem Tauschpartner gehalten hat. Genau genommen müsste das jetzt vorbei sein. Man kündigt , behält Altersgrld und fängt als Besmter in einem neuen BL an? Weiß das jemand?

    1. Hallo Kathy, ja, ich stimme dir zu, dass das Altersgeld wahrscheinlich früher oder später überall kommen muss. Ich vermute aber auch, dass gerade die großen Bundesländer da ziemliches Sitzfleisch beweisen werden. Was deine Frage der Versetzung angeht: Aktuell verfolge ich das live bei einer Klientin, die aus Niedersachen (Altersgeld) nach NRW versetzt wird. Sie VERLIERT dabei ihren Altersgeldanspruch. Ich NRW heißt es dann Pech gehabt. In ihrem Fall ist es nicht sinnvoll, in NDS zu kündigen, das Altersgeld mitzunehmen und sich in NRW neu verbeamten zu lassen, weil sie voraussichtlich in NRW angesichts ihres Gesundheitszustands nicht neu verbeamtet würde. Bei Bundeslandwechsel von Land mit Altersgeld zu einem ohne heißt es also aktuell nach meinem Informationsstand: Anspruch futsch. Viele Grüße

  2. Überall heißt es, man müsse den Antrag frühzeitig/ rechtzeitig stellen… aber nirgends, wo (Institutionen heißen ja auch von BL zu BL unterschiedlich). Habe nun meinen Antrag auf dem Dienstweg ans entsprechende Dezernat am RP Kassel gesendet, aber keine Ahnung, ob das korrekt ist… gibt es irgendeine Form der Bestätigung, dass der Antrag eingegangen/ bearbeitet ist? Hat das jemand aus Hessen schon durch oder einen guten Tip für mich?

    1. Hallo, eine schriftliche Eingangsbestätigung gibt es nicht. Du bekommst in der Regel aber nach ein paar Wochen schriftliche Rückmeldung vom Landesamt für Besoldung. Adressat ist die Institution von der auch dein Dienstvertrag ausgestellt wurde und mit denen man auch Teilzeit- und sonstige Deputatsangelegenheiten klärt. Für Fachleiter und Schulleitungen ist jedoch wiederum die nächst höhere Behörde zuständig. Viele Grüße

  3. Hallo Isabell,
    vielen Dank für all die Infos! 🙂 Zum Altersgeld habe ich noch eine Frage: Wie sieht es eigentlich aus, wenn man von einem BL ohne Altersgeld in ein BL mit Altersgeld versetzt wird? Muss man die dortige ‚altersgeldfähige Dienstzeit‘ (z.B. 5 Jahre) in dem neuen BL verbringen bevor man einen Anspruch hat oder werden die Dienstjahre aus dem alten BL angerechnet?

      1. Hallo, zu dem Szenario kann ich leider nichts sagen. Umgekehrt ist es aber so, dass man den Altersgeldanspruch verliert, wenn man aus einem Land MIT Altersgeld in eines ohne wechselt. Ich könnte mir vorstellen, dass es im oben geschilderten Fall tatsächlich eine gewisse Frist gibt, bevor man Altersgeldanspruch in einem anderen Bundesland erwirbt. VG

  4. Hallo Isabell,
    ich habe das Problem, dass ich auch auf jeden Fall den Lehrberuf hinter mir lassen möchte, aber nicht weiß, ob ich auf das Altersgeld in NRW warten soll. Ich habe jetzt zehn Dienstjahre voll, die ich – inklusive Elternzeit – in Vollzeit gearbeitet habe. Wie hoch wären denn monatlich meine Bezüge? Gibt es da einen ungefähren Richtwert?
    Liebe Grüße,
    Anne

    1. Hallo Anne, aus meiner Sicht lohnt sich das Warten auf den Sankt Nimmerleinstag angesichts von 10 Dienstjahren inkl. Elternzeit nicht. Es geht in deinem Fall vielleicht um eine Rente von 400 Euro im Vergleich zu einem Altersgeld von 700-800 €, das noch versteuert werden muss. Stelle beim LBV einen Antrag auf Versorgungsauskunft zum Zweck der Berechnung einer Nachversicherung. Mit dem Auszug gehe zur Dt. Rentenversicherung und lass dir die Nachversicherung ausrechnen, dann hast du es schwarz auf weiß. Viele Grüße

      1. Tut mir leid, ich habe die Antwort grad erst entdeckt. Vielen Dank für die Antwort! Dann werde ich wohl mal konkretere Schritte einleiten müssen.
        Liebe Grüße,
        Anne

  5. Hallo zusammen,
    Wie sieht es denn mit der gesetzlichen Versicherung aus, wenn man Altersgeld bekommt. Wenn ich vorher z. B. über Hartz 4 gesetzlich versichert war, muss ich dann wieder in die Private?

    1. Hallo Julia,
      da verwechselst du etwas. Altersgeld, Hartz 4 und Krankenkasse haben nichts miteinander zu tun. In die GKV kommst du über eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. VG

  6. Hallo Isabell,
    dein Buch und deine Seite hat mir wahnsinnig geholfen. Vielen Dank!
    Ich stehe kurz vor meinem Ausstieg – der Antrag auf „Entlassung aus dem Dienst“ liegt schon parat, eine neue Teilzeitbeschäftigung (in Festanstellung) ist gefunden und in meinem Kleingewerbe baue ich gerade meine Kurse aus. Also alles prima!
    ABER: Sollte ich in meinem Antrag auch die Forderung nach Altersgeld aufführen, obwohl ich in NRW angestellt bin? Du schreibst, dass man die Nachversicherung ggf. aufschieben kann.
    Konkret bei mir: Verbeamtung 2006, 2 Jahre Elternzeit, 3 Jahre Vollzeit, 10 Jahre in Teilzeit.
    Würdest du mir dazu raten, die Forderung aufzuführen und die Nachversicherung aufzuschieben? Oder sollte ich mir gleich Rechtsbeistand dazu besorgen?

    Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus, Vanessa

  7. Hallo zusammen,
    bei mir ist die Lage etwas verzwickt: Ich bin in der Probezeit VB krank geworden (klassischer Burnout), habe nach über 1,5 Jahren nun zunächst aus Mangel an Alternativen mit der Wiedereingliederung begonnen. Inzwischen ist mir klar: Lehrerin auf Lebenszeit möchte ich nicht bleiben. Altersgeldanspruch (Sachsen) habe ich durch die Probezeit sicher nicht erworben. Was passiert bei der Nachversicherung mit den Beiträgen und Rechnungen der privaten KV? Ich erfülle ja dann quasi rückwirkend die Bedingungen für die private KV nicht mehr. Muss ich dann auch rückwirkend anders versichert werden? Wer zahlt die Differenz der Arztrechnungen mit anderem Faktor nach Gebührenverordnung? Machen das die Krankenkassen unter sich aus?

    Vielen Dank und viele Grüße

  8. adminzeugs@posteo.de

    Hallo Isabell,
    meine Frau ist seit ziemlich genau 20 Jahren verbeamtete bayrische Lehrerin. Wir spielen mit dem Gedanken nach Niedersachsen zu ziehen. Wenn der Bundeslandwechsel auf Basis eines Familennachzugs (mit Tauschpartner) klappt, sollte sie ihren Beamtenstatus auch behalten. Vor diesem Hintergrund stellen wir uns die Frage, wie viele Jahre meine Frau weiterhin Lehrerin in NI bleiben müsste, um Anspruch auf Altersgeld zu haben? Hätte sie schon nach einem Jahr Anspruch auf 21 Jahre (1Jahr NI + 20 Jahre BY) oder müsste sie 5 Jahre in NI als Lehrerin arbeiten, um Anspruch auf 5 (?) oder 25 Jahre zu haben?
    Falls Du dazu nichts weisst, wäre es klasse, wenn Du mir sagen könntest, wo man sich für einen solchen Fall erkundigen müsste.
    herzlichen Dank & viele Grüße schon mal im Voraus.
    Claus

    1. Hallo Claus, ja, man muss eine gewisse Mindestzeit in dem aufnehmenden Bundesland Dienst geleistet haben. Über die genauen Grenzen weiß ich leider nichts (nach 5 Jahren gibt es grundsätzlich einen Anspruch, ich weiß aber nicht, ob sich diese Zeit bei Landeswechslern verkürzt). Erfragen könntest du dies z.B. bei einer Lehrergewerkschaft des aufnehmenden Bundeslandes. Alternativ – wenn man denn direkt beim Dienstherren nachfragen möchte – finde ich für Niedersachsen diese Aufkunft: „Auskünfte zur Berechnung und Höhe des Altersgeldes erhalten anspruchsberechtigte Beamtinnen und Beamte des Landes Niedersachsen beim NLBV, Referat 23, 30149 Hannover.“
      VG

  9. Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage zum Altersgeld: Wie wirken sich die erworbenen Ansprüche bei der Rentenversicherung aus Angestelltenverhältnissen auf das Altersgeld aus, die vor und dem Ausstieg aus dem Beamtenverhältnis erworben wurden? Wird das Altersgeld entsprechend gemindert oder werde diese Rentenansprüche on top ausgezahlt?

    Vielen Dank für die Hilfe.

    LG

    1. Hallo Aussteiger, soweit ich weiß wird das Altersgeld zusätzlich zur Rente, also on top, ausgezahlt. Es gibt hierbei aber eine Höchstgrenze, bei deren Überschreitung es Abzüge gibt. Ich gehe aber davon aus, dass diese Höchstgrenze nur in seltenen Konstellationen überschritten wird. Das kann man sicherlich bei der Dt. Rentenversicherung erfragen. VG

  10. Sylvia Harenkamp

    Hallo Isabell,
    dein Artikel ist sehr interessant und ich stelle mir die Frage, ob das Altersgeld auch für mich in Frage käme, wenn NRW nachzieht. Ich stehe in einem Dienstordnungs-Angestellten Verhältnis und habe damit die Rechte und Pflichten eines Beamten. Ich arbeite bei einer Krankenkasse, die sowohl NRW wie auch Hamburg inne hat. Kann mein AG mir das Altersgeld verwehren, wenn Kollegen aus dem gleichen Unternehmen Anspruch darauf haben? Wer würde die Zahlung des Altersgeldes bei mir übernehmen? Hast du evtl. Antworten auf meine Fragen oder kannst du mir sagen, an wen ich mich wenden kann um die Fragen beantwortet zu bekommen?
    Vielen Dank schon vorab für Deine Hilfe.
    VG

    1. Hallo Silvia, dazu kann ich leider nichts sagen. Bitte wende dich dafür an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht. Viele Grüße

  11. Liebe Isabell, ganz herzlichen Dank für Deine schnelle Antwort. Aus gesundheitlichen gründen (Corona-Sch…) kam ich leider nicht dazu, schneller zu antworten. Vielen Dank für die Hinweise. Damit komme ich jetzt bestimmt schon mal weiter. vG Claus

  12. Liebe Isabell,

    wie toll, dass Du hier so informative Antworten gibst. ich bin seit 10 jähren in Berlin als Lehrerin angestellt und frage mich nun, ob ich mich (wie ja ab 2023 wieder möglich) verbeamten lassen soll oder lieber nicht. Die Unsicherheit kommt daher, dass ich nicht sicher bin, ob ich wirklich bis zur Rente Lehrerin bleiben möchte. Es könnte sein, dass ich nach 5 oder 10 Jahren doch noch den Beruf wechseln möchte. In welchem Szenario (Arbeitnehmerin oder Beamtin) würde ich mehr Rente erhalten, vorausgesetzt das Altersgeld würde in Berlin noch nicht bezahlt werden?

    Vielen Dank für Dein Antwort!

    Julia

    1. Hallo Julia, dazu kann ich leider keine Auskunft geben. Ich würde dir empfehlen, dich hierzu von einer unabhängigen Finanzfachperson beraten zu lassen. Bei der Nachversicherung stehst du dich meiner Kenntnis nach etwas schlechter, als hättest du die Zeit auf Tarifvertrag gearbeitet. Dies rührt aus dem wenig vergleichbaren Umrechnungsprozedere von Pensionsansprüchen in Rente. Viele Grüße

  13. Hallo Isabell,
    du bist meine einzige Informationsquelle zu diesem Thema, Danke dafür! Ich habe aktuell Aussicht auf eine Planstelle in NRW, überlege aber mit meiner Partnerin perspektivisch in circa zehn Jahren in ihr Heimatland (in der EU) auszuwandern. Sollte ich überhaupt eine Planstelle annehmen? Die Bezahlung wäre ja jetzt erst mal natürlich besser als als angesteller Lehrer. Aktuell macht mir der Beruf auch noch Spaß, aber mich schreckt total ab, dass man so gebunden ist und am Ende seine Rentenansprüche minimiert.
    Viele Grüße,
    Jonas

    1. Hallo Jonas, die Antwort ist simpel: Bei einer Planstelle verdienst du deutlich mehr Netto. Das lohnt sich genau DANN, wenn du diese Differenz im Netto zur Angestelltenstelle nimmst, und sie zu 100% in deine private Altersvorsorge steckst, sprich in ETFs. Dann arbeitet dieses Kapital für dich und auch bei einer Auswanderung stehst du trotz Nachversicherung gut abgesichert da. In dem Moment, wo du das Mehr an Netto deiner Beamtenbezüge in einen teureren Lebensstil steckst, ist es futsch. Klingt hart, ist aber genau so, egal wie man es dreht oder wendet. Daher wäre eine Option, die Planstelle anzunehmen und mit dem Geld intensiv private Altersvorsorge zu betreiben. Aber eine Planstelle hat eben auch ihren „Preis“, nämlich eine viel stärkere Weisungsgebundenheit durch den Dienstherren, möglicherweise verweigerte Versetzungen oder verweigerte Teilzeit, größere emotionale Abhängigkeit und Unflexibilität. Wenn das für dich keine große Rolle spielt, dann stünde der Planstelle wenig im Wege. Viele Grüße, Isabell

  14. Hallo Isabell,
    die Zusammenfassung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts wurde am 04.05.2022 veröffentlicht. Informationen befinden sich hier: Pressemitteilung Nr. 28/2022 vom 04.05.2022: https://www.bverwg.de/pm/2022/28
    Die detailierte Urteilsbegründung fehlt jedoch noch.
    Jetzt sollte es doch eingentlich keine Ausreden für die Landesregierungen mehr geben.

  15. Hallo zusammen,
    Gibt es schon etwas Neues zum Altersgeld für Bayern?
    Ich habe über 25 Dienstjahre und die letzten Jahre Teilzeit gehabt (20 Stunden) , die ich nicht umsonst so gewählt habe und mit denen ich soweit ganz gut klar kam. Seit 3 Jahren muss ich 24+1 arbeiten. Das ist neben den gestiegenen Belastungen in der Klasse durch die Kinder, durch zunehmende Projekte hier und da, Mitarbeit in der Schulleitung, Digitalisierung etc etc. ZU VIEL.
    Daher überlege ich auch auszusteigen. Die nächsten 15 Jahre bis 67 lassen sich gut überbrücken. Nur hätte ich die bisher erwirtschaftete „RENTE“ nicht gerne in den Wind gesetzt. Daher wäre das Altersgeld für mich ein passender Ausgleich mit dem ich leben könnte und den RAUSSchritt erleichtern würde.
    Oder wäre eine Nachversicherung auch „rentabel“?
    Danke schonmal.
    Christian

  16. Hallo Isabell,
    ich bin seit 32 Jahren bayrische Lehrerin, schaffe es jetzt aber nicht mehr, weil wir ja keine Teilzeit mehr henmen dürfen und überlege zu kündigen.
    Ich weiß, dass meine Pensionsansprüche (A 13) verfallen und ich in der Rente nachversichert werde, mit ca.50 % Verlust.
    Frage an dich:
    -Ist die Einführung des Altersgeldes in Bayern geplant oder gibt es dazu keine Hinweise?
    – Lohnt es sich, zu klagen?
    – Gibt es neben der Krankschreibung noch irgendeine andere Möglicjkeit um die Pension zu erhalten?
    Danke!
    Katharina Luidl

    1. Hallo Katharina, die Einführung eines Altersgeldes steht meiner Kenntnis nach in Bayern bislang nicht zur Debatte. Ich habe erst kürzlich die GEW Bayern darauf aufmerksam gemacht, und denen war dieser Aspekt noch gar nicht bekannt und bewusst. Es fehlt also in Bayern bislang dazu an Bewusstseinsbildung. Ob eine Klage Aussicht hat, muss ein Fachanwalt beurteilen. Derzeit gibt es lediglich eine Rechtsprechung, dass eine Ausgleichszahlung geleistet werden muss, wenn die Person und EU Ausland umzieht und dort eine Lehrer-ähnliche Tätigkeit ausübt. Viele Grüße

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